Luftverkehr

Tarifrunde SGS

Tarifrunde SGS

Tarifergebnis für die SGS am Flughafen Stuttgart erreicht - bis zu 15,2 Prozent Lohnsteigerungen vereinbart

ver.di konnte am 13. März 2017 in der fünften Verhandlungsrunde bei der Flughafentochter SGS einen Tarifabschluss erreichen. Die Einkommen steigen je nach Lohngruppe um bis zu 15,2 Prozent auf drei Jahre. Ab dem 1. März 2017 wird für alle Beschäftigte 1 Euro mehr pro Stunde gezahlt.

Vereinbart wurden Gehaltssteigerungen in drei Stufen. Zusätzlich zu einer Einmalzahlung von 700 Euro als Gewinnbeteiligung für 2016 steigen die Löhne zum 1. März 2017 um einen Euro. Weitere Erhöhungen um jeweils 20 Cent gibt es zum 1. April 2018 und 1. April 2019. Damit steigen die Löhne in der untersten Gruppe, die derzeit bei 9,20 Euro liegt, über die Dauer der Laufzeit insgesamt um 15,2 Prozent. Außerdem erhalten Beschäftigte, die länger als 15 Jahre Vollzeit tätig sind, weitere 50 Euro pro Monat sowie einen zusätzlichen Urlaubstag.

Die ver.di Tarifkommission hat dem Ergebnis vorbehaltlich der Zustimmung der ver.di Mitglieder einstimmig zugestimmt. Eine Erklärungsfrist von 14 Tagen wurde vereinbart.

Verhandlungsverlauf:

Die Tarifverhandlung mit der S. Stuttgart Ground Services (SGS) brachte am 8. März 2017 eine erste Annäherung.
1 Euro ab 1. Januar 2017 erscheint erstmals möglich!

In der vierten Verhandlungsrunde bei der Flughafentochter SGS haben die Arbeitgeber ein verbessertes Angebot vorgelegt, das an eine Laufzeit von drei Jahren geknüpft ist. Zugleich hat die ver.di-Tarifkommission angeboten, wichtige eigene Forderungen zur Disposition zu stellen, wenn zum 1. Januar 2017 eine Entgelterhöhung von einem Euro pro Stunde erfolgt und in den beiden Folgejahren weitere deutliche Erhöhungen.  

Die Tarifverhandlungen mit der S. Stuttgart Ground Services (SGS) blieben auch in der dritten Verhandlungsrunde am 1. März 2017 erneut ohne Ergebnis! Die Tarifverhandlungen bei der Flughafentochter SGS sind ergebnislos vertagt worden. Die Arbeitgeberseite war nur zu geringfügigen Verbesserungen des bisherigen Angebots bereit. ver.di wird die Mitglieder bei den Bodenverkehrsdiensten am Stuttgarter Flughafen über das weitere Vorgehen im Tarifkonflikt befragen.

Die Beschäftigten wurden daraufhin zu einem zweiten Warnstreik am 3. März 2017 mit Beginn der Frühschicht um 3:30 Uhr aufgerufen. Gegen acht Uhr sind die Streikenden vom Flughafen aufgebrochen, um für eine Protestaktion vor das Rathaus in Stuttgart sowie vor das Staatsministerium zu ziehen und einen offenen Brief mit den Forderungen zu übergeben. Mit dieser Arbeitsniederlegung soll vor der vierten Verhandlungsrunde am 8. März 2017 der Druck auf die Arbeitgeber und seine Eigner Stadt und Land deutlich erhöht werden.

Auch in der zweiten Tarifverhandlungsrunde mit der S. Stuttgart Ground Services (SGS) am 13. Februar 2017 wurde kein Ergebnis erzielt!

Vorangegangen war ein Warnstreik mit fast hundertprozentiger Beteiligung am 2. Februar 2017, der zu Flugausfällen und deutlichen Verzögerungen im Flugverkehr in Stuttgart gesorgt hat.

Die erste Verhandlungsrunde mit der S. Stuttgart Ground Services GmbH (SGS) endete am 19. Januar 2017 ergebnislos.

ver.di will für die gut 300 Beschäftigten in der Passagierabfertigung Gehaltssteigerungen von zwei Euro pro Stunde erreichen. Die von der SGS angebotenen 18 bis 32 Cent Lohnerhöhungen wurde von der ver.di Tarifkommission als respektlos und völlig unzureichend zurückgewiesen.

Bereits am 15. Dezember 2016 wurden die Forderungen an die Arbeitgeberseite übergeben.
Die ver.di Tarifkommission hatte am 18. November 2016 folgende Forderungen beschlossen:

  • Zwei Euro mehr für alle Beschäftigten ab 01.01.2017
  • gleiche Gewinnbeteilligung wie für die Beschäftigten der Muttergesellschaft Flughaben Stuttgart
  • 500 Euro Erholungshilfe für ver.di-Mitglieder
  • ab dem 15. Beschäftigungsjahr Aufstieg von Vergütungsgruppe 4 in die Vergütungsgrupp 5
  • Laufzeit: 12 Monate

Hintergrundinformationen:
Die SGS ist der einzige Anbieter am Flughafen Stuttgart, der Leistungen in der Passgierabfertigung (vom Ticketverkauf bis zum Check-In) anbietet. Rund 40 Prozent der knapp 300 Beschäftigten sind befristet. Die SGS hat ihren Gewinn von 2014 bis 2016 um über 75 Prozent auf voraussichtlich 1,9 Mio Euro gesteigert. Diese Überschüsse führt die SGS an ihre beiden Gesellschafter, den Flughafen Stuttgart und die AHS Holding Hamburg ab.
Trotz ihres privatwirtschaftlichen Status gehört die SGS zum öffentlichen Dienst. Ihre Eigentümer sind überwiegend in öffentlicher Hand. Dabei hält der Flughafen Stuttgart die Mehrheit an der Gesellschaft.